Mudra

Yoga und Mind-Body-Koordination

Dhyana_YOGAPraxis_Angeli_Neter_Hannover

Zusammenfassung: Kleine Gesten, insbesondere die der Hände, können wie Balsam für unsere Seele wirken. Sie unterstützen die innere Einkehr und Konzentration. Im Gegensatz zu den großen Körperstellungen, den Asanas, können wir Mudras häufig und vielerorts praktizieren. Aus diesem Grund nehmen sie in unserem Dhyana und SES-Core Übungssystem eine wichtige Stellung ein.


Kleine Gesten, die Freude bringen

Mind-Body-Koordination mit Mudras

Kleine Gesten der Hände, der Augen oder des Kopfes bezeichnen wir im Yoga als Mudras. Die großen Yoga-Körperstellungen hingegen sind die Asanas. Wir widmen den Mudras gerne besondere Aufmerksamkeit bei unserem Training der Mind-Body-Koordination und in den Meditations- und SES-Core Kursen. Insbesondere die Handstellungen lassen sich leicht erlernen und praktizieren. Es sind durchaus keine extravaganten und schwierigen Positionen – häufig sind sie uns sogar bereits bekannt: Diesen Handgesten begegnen wir im täglichen Leben, zum Beispiel, wenn wir konzentrierte Redner beobachten, die ihre Fingerspitzen der rechten und linken Hand aneinandergelegt haben. Auch beim Gebet pflegen Menschen zum Zeichen der inneren Einkehr die Hände andächtig ineinander zu falten. Selbst diesen, für uns im Prinzip gewöhnlichen Handgesten, wird im Yoga besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Sie finden sich ebenfalls häufig in der Kunst und Kultur des gesamten asiatischen Raumes.

Jede Mudra ist nach der Tradition und Erfahrung ein Sinn, eine Wirkung, zugeordnet. Gefaltete Hände vor der Brust sind als Geste des friedvollen Grußes, als Einstieg in den indischen Tanz oder als andächtige Geste des Gebetes unter dem Namen Anjali Mudra bekannt. Diese Anjali Mudra wird auch beim klassischen Gruß in Indien verwendet. Sie gilt als glückbringend und ihr Name entstammt dem Sanskrit, der alten indogermanischen Sprache. Gerne weisen wir auf die Gemeinsamkeiten der Kulturkreise hin: Nicht anders als die Anjali Mudra ist die Handgeste des Gebetes auf dem bekannten Kupferstich des deutschen Künstlers Albrecht Dürer aus dem Jahr 1508.

Wir sehen hier klar die Gemeinsamkeiten des fernöstlichen und westlichen Kulturkreises. Eine Mudra ist für uns also nichts Fremdes. Im Gegenteil, diese Handgesten stellen sich als natürliche Haltungen unter bestimmten Umständen auf ganz selbstverständliche Art und Weise ein. Dafür gibt es einen guten Grund: Wenn wir zum Beispiel die Fingerspitzen aufeinanderlegen, verbinden wir Energielinien des Körpers. Diese Energielinien werden in der Lehre der Akupunkturlehre als Meridiane definiert. In anderen Medizinsystemen werden sie als Kanäle oder Nervenbahnen bezeichnet. Ihre medizinische Bedeutsamkeit ist inzwischen unbestritten und durch die Integration der Akupunktur in unser allgemeines westliches Medizinsystem allgemein anerkannt. Wir können also sagen, dass eine Mudra eine energetische Wirkung besitzt.

In der SES-Methode, bei den Übungen der Mind-Body-Koordination und im integrativen Yoga von Dhyana empfehlen wir die Mudras als gesundheitsfördernde Übungen nach individuellem Bedarf. Das heißt, dass je nach individuellen Gegebenheiten und Fragestellungen verschiedene Mudras empfohlen werden. Diese Mudras können uns zum Beispiel helfen zur Ruhe zu kommen oder unsere Konzentration zu steigern. Wir nehmen also eine bestimmte Körperhaltung ein, führen die Mudra aus, und üben dadurch eine Wirkung auf unsere Stimmung und unser Wohlgefühl aus. Der Vorteil dieses „kleinen“ Yogas ist die Einfachheit, Wirksamkeit und vielfache Verwendbarkeit.

 

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